August Horch Museum Luxus auf vier Rädern: 100 Jahre Horch 8

Von Steffen Dominsky 2 min Lesedauer

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Das August Horch Museum Zwickau zeigt im Rahmen seiner großen Sonderausstellung zwei außergewöhnliche Fahrzeuge, die für Sportlichkeit und Luxus stehen: Zum einen Bernd Rosemeyers berühmte „Manuela. Zum anderen des Horch 855 Spezialroadster.

Anlässlich des Jubiläums 100 Jahre Horch 8 zeigt das August Horch Museum unter anderem zwei ganz besondere Vertreter der 8-Zylinder-Reihe dieser Marke.(Bild:  ©Stefan Warter/Audi AG)
Anlässlich des Jubiläums 100 Jahre Horch 8 zeigt das August Horch Museum unter anderem zwei ganz besondere Vertreter der 8-Zylinder-Reihe dieser Marke.
(Bild: ©Stefan Warter/Audi AG)

Mitte der 30er-Jahre wurde ein zentrales Konstruktionsbüro (ZKB) in Chemnitz mit drei Abteilungen gebildet: der Triebwerks-, Fahrwerks- und Karosserieentwicklung sowie eine zentrale Versuchsabteilung waren die wichtigsten Leistungsträger für die künftige Fahrzeugentwicklung der Auto Union. Die dort entwickelten Auto Union-Fahrzeuge bestechen durch ihre zurückhaltende Eleganz. Bei den beiden in der bis 10. Januar 2027 gehenden Sonderausstellung gezeigten Modellen aus der Feder des Grafikers Günther Mickwausch, einem Absolventen der Dresdner Kunstakademie, ist es mit der Zurückhaltung allerdings so eine Sache: Sie sind von beeindruckender formaler Schönheit und absolute Besuchermagnete.

Rekonstruktion einer verschollenen Sonderanfertigung

Seine Großeltern hatten eine Reparaturwerkstatt für Motorräder, sein Vater erweiterte diese um einen Autohandel. Bernd Rosemeyer hatte das Benzin quasi im Blut. Sein Interesse für Fahrzeuge und für Geschwindigkeit wurde früh geweckt. Ende der 20er-Jahre begann er erfolgreich mit Motorradrennen, 1934 wechselte er aufs Automobil und wurde 1936 Grand-Prix-Europameister. Am 28. Juli 1937 nahm er sein mit vielen Extrawünschen bei der renommierten Karosseriebaufirma „Erdmann & Rossi“ veredeltes Horch 853 Sportcoupe in Besitz. Zu den Besonderheiten zählten eine zur Gewichtsreduktion mit Aluminiumblech beplankte Karosserie , verbunden mit der Möglichkeit, zwei Ersatzräder im Heck unterzubringen; ein Golde-Schiebedach und ein von Rosemeyer selbst beigesteuertes amerikanisches Radiogerät mit Antenne. Die Innenausstattung inklusive Armaturenbrett und Lenkrad war mit Schweinsleder bezogen. Er wünschte außerdem eine Sitzunterlage unter den Knien. Auch die Lackierung war speziell: „Fischsilber“-farben, sprich Metallic, sollte sie sein. Über den Verbleib des Originals, ist nichts bekannt. Das Fahrzeug wurde jedoch originalgetreu nachgebaut und ist in dieser Form in der Sonderausstellung zu sehen.

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Horch 855 Spezialroadster, gemacht für einen filmreifen Auftritt

Der Horch 855 Spezialroadster von 1938 gilt als eines der schönsten – wenn nicht das schönste Fahrzeug –, das mit der Horchkrone die Zwickauer Werke verließ. Nichtsdestotrotz wurden weltweit nur sieben Modelle gebaut. Bereits 1934 von Günther Mickwausch entworfen, wurde der Zweisitzer ein Jahr später im Rahmen der IAA im Berliner Filmtheater Capitol vorgestellt. Es dauerte noch drei Jahre, bis die Auto Union 1938 ein weiteres Ausstellungsfahrzeug präsentierte. Trotz großer Bewunderung seitens Publikum und Fachpresse entschied sich ein Großteil der Kundschaft für den Horch 853 – wegen des größeren Platzangebotes und sicherlich auch wegen des um einiges günstigeren Preises. So blieb es bei insgesamt nur sieben verkauften Exemplaren. Das Ausstellungsstück wurde im Juni 1938 ausgeliefert. Eins seiner sechs Geschwister durfte später auf der großen Leinwand glänzen: Es wurde vom damaligen Hollywood- Star Rock Hudson im Film „Diese Erde ist mein“ gefahren.

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