ABS Autoservice berechnet das Kundenbedürfnis im Voraus

Autor: Jan Rosenow

Sowohl große Prüforganisationen als auch weltbekannte Autohersteller gehören zu den Kunden von ABS Autoservice. Doch das allein brachte die Stuttgarter nicht auf den zweiten Platz beim Deutschen Werkstattpreis.

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Große Freude in Stuttgart: ABS Autoservice ist unter den Top Ten beim Deutschen Werkstattpreis 2016.
Große Freude in Stuttgart: ABS Autoservice ist unter den Top Ten beim Deutschen Werkstattpreis 2016.
(Bild: Rosenow)

Eines vorweg: ABS Autoservice ist keine ganz normale freie Werkstatt. Der Betrieb ist Teil der Reiff-Gruppe in Reutlingen und so etwas wie die Fahrzeugservice-Speerspitze des Reifenhändlers, der über 50 Filialen und ein europaweites Großhandelsgeschäft betreibt. Mit 29 Mitarbeitern, einem Servicekomplettangebot vom Reifenwechsel bis zur Oldtimerrestauration und einer Werkstattausrüstung, die keine Wünsche offen lässt, agiert ABS auf Augenhöhe mit jedem großen Markenhändler und ist ein kompetenter Partner für Flottenkunden.

„Das Einzige, was wir nicht selber machen, sind Sattlerarbeiten“, erklärt Betriebsleiter Igor Hric lächelnd. ABS befindet sich im Stuttgarter Süden in einem Gewerbegebiet, in dem auch die Dekra angesiedelt ist. Auch die Wege zu den bekannten Automobilherstellern und -zulieferern sind kurz. Und so ist es kein Wunder, dass der Betrieb einen hohen Anteil an gewerblichen Kunden aufweist – 75 Prozent. Darunter ist beispielsweise die benachbarte Dekra, aber auch das eine oder andere prominente Branchenunternehmen, dessen Namen Igor Hric lieber nicht gedruckt lesen will.

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Aber um diese Firmen soll es hier auch nicht gehen, denn Hrics Ziel ist es, den Zulauf von Privatkunden weiter zu erhöhen. Um diese nicht erst nach Ablauf der Garantiezeit zu gewinnen, arbeitet ABS nach Herstellervorgaben, setzt Originalteile ein und klärt Autobesitzer schon auf der Homepage über die Rechte laut GVO 1400/2002 auf. „Keine Angst vor Garantieverlust“ heißt das Motto.

Selbstverständlich ist bei ABS auch, die Mitarbeiter mit Schulungen stets auf dem neuesten Stand zu halten – zum Beispiel in der Hochvolttechnik. „Wir hatten schon 2008 einen Servicevertrag mit Karabag“, erinnert sich Igor Hric. Karabag? Das ist ein Hamburger Fiat-Händler, der als einer der Ersten in Deutschland herkömmliche Autos zu Elektrofahrzeugen umbaute. Zu der Zeit war die Elektromobilität bei den meisten Autoherstellern ebenso wie in den Werkstätten noch ferne Zukunftsmusik. Heute sind bereits fünf bis sechs Prozent der Fahrzeuge in Kundenstamm von ABS Hybride oder E-Fahrzeuge, also ist die Arbeit an Hochvoltfahrzeugen längst Alltag.

Schulungen als Mittel zur Mitarbeiterbindung

Die zahlreichen Schulungsangebote für die eigenen Mitarbeiter haben aber noch einen anderen Grund: die Bindung der Angestellten an das Unternehmen zu stärken. Denn selbst ein so großer und moderner Betrieb wie ABS Autoservice hat es schwer, gute Kräfte zu finden: „Es gibt einfach keine Arbeitssuchenden in der Region“, beschreibt Igor Hric die Lage. „2015 konnten wir gar nicht alle Aufträge annehmen, weil wir nicht genug Arbeitskräfte hatten.“

Deutscher Werkstattpreis 2016: Topmoderne Servicebetriebe
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Und weil der Betrieb trotz 85 Euro Stundenverrechnungssatz keine Löhne wie in der Industrie zahlen kann – aber wer kann das schon –, hat die Reiff-Gruppe einen nicht weniger als 60-seitigen Seminarkatalog erstellt, aus dem sich die Mitarbeiter die passenden Bausteine für ihre berufliche Fortbildung aussuchen können. Dabei geht es längst nicht nur um Servicethemen, sondern auch um Personalentwicklung für Führungskräfte. Im Durchschnitt verbringt jeder Mitarbeiter drei Tage pro Jahr bei solchen Maßnahmen. Es gibt zudem ein leistungsabhängiges Lohnsystem und Incentives für solche Mitarbeiter, die nicht leistungsbezogen arbeiten.

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Über den Autor

 Jan Rosenow

Jan Rosenow

Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group