Fahrzeugkauf Beim Gebrauchtwagenkauf sind BEV noch kaum im Fokus

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

Die Elektro-Neuzulassungen steigen, die Zahl der verfügbaren gebrauchten BEV wächst. Doch für die Käufer sind die Second-Hand-Stromer weiterhin nur selten eine Option, wie das DAT-Barometer zeigt. 

Elektroautos sind Normalität geworden, nur auf dem Gebrauchtwagenmarkt noch nicht.(Bild:  Audi)
Elektroautos sind Normalität geworden, nur auf dem Gebrauchtwagenmarkt noch nicht.
(Bild: Audi)

Die Elektromobilität gerät zunehmend in den Fokus der Autokäufer. Das zeigen Zahlen der DAT ebenso wie die Zulassungsentwicklung reiner Elektrofahrzeuge. Auf 25 Prozent war der BEV-Anteil im Mai geklettert. Darin bildet sich auch die größere Offenheit der Kunden für E-Fahrzeuge ab, die die Deutsche Automobil Treuhand in ihrem jüngsten DAT-Barometer festgestellt hat.

Demnach planen aktuell 36 Prozent der Neuwagenkaufplaner und damit die relative Mehrheit der Befragten den Kauf eines batterieelektrischen Pkw. Auf Platz zwei landen Plug-in-Hybride (24 %), Benziner kommen nur auf 21 Prozent und einen Diesel sehen nur noch 7 Prozent als präferierte Option.

Allerdings steht die Frage eines BEV immer auch in Zusammenhang mit der praktischen Frage des Ladens, also ob eine private Lademöglichkeit vorhanden ist. Ebenfalls ein Top-Thema ist derzeit die Entwicklung der Kraftstoffpreise. Denn 77 Prozent der Endkunden geben an, dass ihnen ein kostengünstiger Unterhalt des Fahrzeugs inzwischen wichtiger ist als früher. Ein gewichtiger Pluspunkt für E-Fahrzeuge, die mit geringeren Kraftstoffkosten und weniger Reparaturen punkten könnten. Dazu kommt, dass fast 40 Prozent Kaufinteressenten „bei der Neuanschaffung eines Verbrenners ein schlechtes Gewissen“ haben.

Nur 8 Prozent interessieren sich für gebrauchte Stromer

Anders sieht es im Gebrauchtwagenmarkt aus. Diese Kaufinteressenten stehen den BEV noch sehr reserviert gegenüber. Nur 8 Prozent sehen einen Stromer als wahrscheinlichste Option. Dazu kommen 24 Prozent PHEV-Interessierte. In dieser Kundengruppe ist der Benziner die weit überwiegende Option (48 %). Jeder Siebte (14 %) hat ein Diesel-Modell im Blick.

Die schwache BEV-Zustimmung der potenziellen Gebrauchtwagenkäufer mag auch daran liegen, dass die Gebrauchten nicht von der E-Prämie profitieren. Damit rücken Bedenken hinsichtlich des Wiederverkaufswerts von BEV-Modellen aufgrund des technischen Fortschritts, aber auch des geringeren Preisabstands zu geförderten Neufahrzeugen erst recht ins Zentrum der Überlegungen der Kaufwilligen. Laut dem DAT-Report 2026 treibt die Frage des Wiederverkaufswerts 72 Prozent um.

Gleichzeitig werden gebrauchte Elektromodelle tendenziell erschwinglicher. Laut dem DAT-Barometer ist der Restwert von dreijährigen BEV im Schnitt aller Segmente und Modelle bei 50,2 Prozent angelangt. Vor zwei Jahren waren es noch 56 Prozent. Allerdings besteht der Gebrauchtwagenmarkt der E-Fahrzeuge meist aus höherpreisigen und großen Modellen, da Kleinwagen und Mittelklassefahrzeuge erst seit Kurzem in größerer Zahl als Neuwagen verkauft werden. Gleichzeitig gehen die Restwerte von Benzinern und Diesel-Modellen ebenfalls seit gut zwei Jahren zurück. Benziner liegen nach drei Jahren bei 60,0 Prozent, Diesel mit 59,3 Prozent nur knapp dahinter.

Die Entscheidung für einen Gebrauchtwagen ist in vielen Fällen eine Frage des Geldes. Die wichtigste Motivation für die Anschaffung eines Gebrauchten sind aus Sicht der Kaufwilligen hohe Reparaturkosten oder die fehlende Wirtschaftlichkeit des bisherigen Pkw (36 %). Weitere 24 Prozent tragen sich schon länger mit dem Gedanken, einen Gebrauchtwagen zu kaufen. Und für 25 Prozent macht schlicht eine neue Familien- oder Berufssituation den Schritt notwendig.

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