BMW stoppt Agenturmodell für i-Fahrzeuge

Autor: Andreas Wehner

BMW bietet künftig auch außerhalb der Submarke „i“ Fahrzeuge mit reinem Elektroantrieb an. Erstes Modell ist 2019 der Mini Dreitürer. Bereits vorher ist Schluss mit dem Agenturmodell, über das der Handel bislang den i3 und den i8 verkauft.

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Die Präsentationsfläche für die i-Modelle könnte künftig in deutlich mehr BMW-Autohäusern zu sehen sein.
Die Präsentationsfläche für die i-Modelle könnte künftig in deutlich mehr BMW-Autohäusern zu sehen sein.
(Bild: Wehner / kfz-betrieb)

Das Agenturmodell für den Verkauf der BMW-i-Modelle ist Geschichte. Ab September 2018 werde der Vertrieb von BMW i3 und i8 in das reguläre Vertriebsprogramm überführt, teilte ein Sprecher des Herstellers am Montag auf Anfrage mit. Dann können alle BMW-Partner die Modelle verkaufen. „Mit der Ausweitung der Produktpalette an elektrifizierten Fahrzeugen ist dieser Schritt logisch und sinnvoll“, erklärte der Sprecher weiter. Bislang verkauft der Hersteller die i-Modelle außerhalb des regulären Händlervertrags über ausgewählte BMW-i-Agenten.

„Zwei Vertriebsmodelle erhöhen die Komplexität und auch wir seitens des Händlerverbands gehen davon aus, dass die Grenzen zwischen klassischen Verbrennungsmotoren und Elektromobilität im Produktportfolio fließender werden“, sagte Peter Reisacher, Präsident des BMW-Händlerverbands auf Anfrage. Daher sei es sinnvoll, über die Integration der BMW-i-Modelle in den klassischen Händlervertrag nachzudenken. „Ob der Zeitpunkt bereits der richtige ist, ist noch zu früh zu beurteilen“, so Reisacher weiter.

Es gelte noch einige Dinge mit BMW zu klären, bevor der Verband die Entscheidung abschließend bewerten könne. Die Händlerverteter haben daher einen ausführlichen Fragenkatalog an den Hersteller übermittelt und wollen sich zudem in den nächsten Wochen mit BMW zusammensetzen, um diese Punkte zu besprechen.

Händlerverband: Zukunft von BMW i klar definieren

„Die Zukunft der Submarke BMW i muss aus unserer Sicht klar definiert werden“, betonte Reisacher. Die Händler seien der Auffassung, dass das Konstrukt der mit BMW M auf der sportlichen Seite und BMW i auf der nachhaltigen Seite hervorragend funktioniere.

BMW hatte in der vergangenen Woche angekündigt, als erstes reines Elektrofahrzeug außerhalb der Submarke i den Mini-Dreitürer anzubieten. Er kommt 2019 auf den Markt. Als erstes elektrisches Modell der Kernmarke BMW will der Konzern 2020 den X3 in den Handel bringen, dessen Version mit konventionellem Antrieb bereits in diesem Herbst startet. 2021 soll der BMW i Next auf den Markt kommen. Weitere vollelektrische Modelle werden folgen.

Aktuell hat BMW als reines Elektroauto nur den i3 im Angebot und setzt ansonsten auf Plug-in-Hybride, die in immer mehr Baureihen verfügbar sind. Zuletzt kamen die elektrifizierten Versionen des Mini Countryman und des BMW 5er auf den Markt. 2018 kommt der BMW i8 Roadster als neues Mitglied der i-Familie.

Noch in diesem Jahr will BMW weltweit 100.000 E-Autos und Plug-in-Hybride ausliefern. Für 2025 rechnet der Autobauer mit einem Verkaufsanteil elektrifizierter Fahrzeuge zwischen 15 und 25 Prozent.

Kompetenzzentren für E-Mobilität bei BMW sind die Werke in Dingolfing und Landshut, wo bereits seit 2013 die maßgeblichen Komponenten für den Elektroantrieb produziert werden. Auch der Antriebsstrang für den kommenden Elektro-Mini soll dort entstehen. In Dingolfing laufen zudem die Plug-in-Hybrid-Versionen von 5er und 7er vom Band, sowie ab 2021 der i Next.

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Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«