Die Zahl der Neuzulassungen hat in Europa im Mai weiter zugelegt. Doch wie sich bereits in Deutschland zeigte: Die Erholung hängt am Tropf staatlicher Impulse für die Elektromobilität.
Der europäische Neuwagenmarkt wächst leicht – vor allem befeuert durch Subventionen für E-Fahrzeuge.
(Bild: Schreiner – VCG)
Der europäische Neuwagenmarkt hat im Mai erneut zugelegt. Wie aus den Zahlen des Herstellerverbands Acea hervorgeht, kamen im fünften Monat des Jahres in den Ländern der EU, der Efta und in Großbritannien 1,152 Millionen Pkw neu auf die Straßen. Das waren 3,6 Prozent mehr als im Mai des Vorjahres.
Damit hat die Dynamik allerdings etwas an Schwung verloren. In den bisherigen fünf Monaten des Jahres war der Neuwagenabsatz im Schnitt um 4,5 Prozent auf knapp 5,825 Millionen Erstzulassungen gestiegen.
Auch Constantin Gall, Mobilitätsexperte der Unternehmensberatung EY, sieht folglich keine tiefgreifende Trendwende im europäischen Automarkt. Der Absatz bewege sich seit 2023 mehr oder weniger auf dem gleichen Niveau, mit kleineren Abweichungen nach oben oder unten. Letztlich liege das Neuwagenvolumen rund ein Fünftel unter der Vor-Corona-Zeit. „Das ist die neue Normalität, mit der die Autoindustrie umgehen muss“, bilanzierte Gall.
Zudem entwickeln sich die einzelnen Märkte sehr unterschiedlich. Während in Deutschland nur ein Plus von 0,1 Prozent in der Statistik ausgewiesen wird, legte der Absatz in Großbritannien (+7,1 %) und in Italien (+7,6 %) im Mai deutlich zu. Die Nachfrage in Frankreich (+3,7 %) und in Spanien (+1,2 %) konnte da nicht mithalten.
Auch in mehreren mittleren Märkten war die Entwicklung verhalten. In Belgien (-2,1 %) wurden sogar weniger Autos neu zugelassen als im Vorjahresmonat. In den Niederlanden (+1,1 %) ging es nur verhalten aufwärts, in Polen dagegen recht deutlich (+6,3 %), während der Absatz in der Schweiz (-1,1 %) leicht zurückging.
Elektro zieht den Markt nach oben
Wie auch in Deutschland zeigen sich Absatzzuwächse vor allem und europaweit nur bei den Elektrofahrzeugen. Ihr Absatz kletterte im Vergleich der Mai-Monate um gut 40 Prozent. Ihr Marktanteil stieg über alle erfassten Märkte hinweg von 17,4 auf 23,3 Prozent. Der Marktanteil der Plug-in-Hybride legte von 9,8 auf 10,7 Prozent zu. Der Absatz von Benzin- und Diesel-Modellen ging dagegen europaweit jeweils um 19 Prozent zurück.
Interessanterweise kletterten die Elektrozulassungen auch in Ländern, deren Pkw-Elektrifizierung bislang nur langsam vorangekommen war. Darunter sind etwa Slowenien (+125 %), Portugal (+56 %) oder Ungarn (+65 %). Allerdings erreichen die BEV-Marktanteile in diesen Ländern dennoch nur etwa zehn Prozent. Getragen wird die Elektro-Nachfrage europaweit laut Acea nicht zuletzt „von neuen und überarbeiteten Steuervorteilen sowie Förderprogrammen“.
Wegen der Subventionen ist EY-Experte Gall noch skeptisch hinsichtlich der Markterholung. „Das Plus bei Elektroautos ist zwar grundsätzlich erfreulich – allerdings sind es in erster Linie staatliche Subventionen, die für die steigenden Absatzzahlen verantwortlich sind“, sagte er laut einer EY-Pressemitteilung. Im Kern sorge derzeit der Staat für Wachstum auf dem Neuwagenmarkt. Früher oder später müsse der E-Auto-Markt auf eigenen Beinen stehen, „aber so weit sind wir noch lange nicht“.
Chinesische Fabrikate legen kräftig zu
Zu den Gewinnern der aktuellen Absatzentwicklung gehören die chinesischen Fabrikate sowie Tesla. Sie alle legten teils exponenziell zu, wobei die Vergleichszahlen vom Mai 2025 oft sehr niedrig waren: Leapmotor (+531 % im Jahresverlauf), Chery (+265 %), BYD (+159 %), Tesla (+77 %), SAIC (+12 %). In Summe legten die chinesischen Hersteller (Geely, SAIC, BYD, Chery und Leapmotor) um 57 Prozent zu, ihr Marktanteil stieg insgesamt von 6,0 auf 9,0 Prozent. Jeder elfte im aktuellen Jahr in der EU neu zugelassene Pkw ist damit chinesischer Herkunft, heißt es in der EY-Mitteilung.
„Die chinesischen Autobauer erobern langsam, aber sicher Marktanteile in Europa – gerade in den südeuropäischen Ländern sind kostengünstige chinesische Modelle echte Bestseller“, analysiert Gall. Die Fabrikate aus Fernost profitieren aus seiner Sicht überdurchschnittlich stark von den Elektro-Fördermaßnahmen. Dazu kämen immer mehr Vertriebskooperationen zwischen europäischen Herstellern und Händlergruppen einerseits und chinesischen Marken andererseits, „die den chinesischen Autobauern den Zugang zum europäischen Markt erleichtern“.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.