Fahrzeug-Tracking-Systeme gibt es viele. Der nun vorgestellte „Re-Locator“ von Micare PS soll die Nachteile bekannter Produkte eliminieren und so eine hohe „Wiederfindungsrate“ ermöglichen.
Diesen 911er konnten Fahnder kürzlich mithilfe des Fahrzeugortungssystems von Micare sicherstellen.
(Bild: obs/Missing Car Register GmbH)
Es ist ein perfektes Beispiel für das bekannte Katz-und-Maus-Spiel: der Diebstahl von Automobilen im Allgemeinen, und der von Oldtimern im Speziellen. Trotz ausgefuchster Technik gelingt es Dieben nach wie vor, sich unrechtmäßig in den Besitz wertvoller Klassiker zu bringen. Dieser Tatsache etwas Wirkungsvolles entgegenzusetzen, hat sich das Unternehmen Missing Car Register GmbH, kurz Micare, verschrieben. Das erste Produkt des Unternehmens, ein Fahrzeug- und Komponenten-Codierungssystem auf Basis von NFC-Technologie, verhindert zwar nicht aktiv einen Diebstahl, trägt wohl aber dazu bei, gestohlene Fahrzeuge oder auch nur seine Teile gerichtsbelastbar zu identifizieren und ihrem Besitzer zurückzuführen. Weitere Produkte folgen sukzessive.
Wie zum Beispiel der „Micare PS Re-Locator“ (Recovery-Locator). Dabei handelt es sich um ein passives und autarkes Ortungssystem, das die exakte Lokalisierung und Sicherstellung eines gestohlenen Fahrzeugs durch eine 24/7-Sicherheitszentrale ermöglicht. Das System ist für sogenannte GSM-Finder unsichtbar, und auch GPS-Störsender beeinflussen den Ortungsprozess nur unwesentlich, da unterschiedliche Lokalisierungstechnologien zum Einsatz kommen.
Zusätzlich zur Ortung via GSM (Mobilfunknetz) und GPS (Satellitenortung) verfügt das Ortungsmodul über drei weitere Peilsysteme im Nahbereich (BT, LoRa, RFID). So ermöglicht der Re-Locator auch eine Ortung und damit Sicherstellung in verschlossenen Garagen oder Hallen. Derart ausgerüstet ist das neue Micare-Produkt bisher eingesetzten aktiven Track- und Trace-Systemen überlegen und erhöht die Chance, einen Autodiebstahl aufzuklären.
Rückführung inklusive
Wie es sich für ein autarkes System gehört, verfügt der Re-Locator über eine eigene Stromversorgung (drei Jahre Batterielaufzeit). Das Modul wird mittels zweier starker Magnete im Fahrzeug befestigt, Löcher müssen nicht gebohrt werden. Der Komplettpreis für die ersten 36 Monate beträgt 750 Euro. Es werden keine monatlichen Folgekosten fällig. Ein Batterietausch nach drei Jahren erfolgt kostenlos, und eine Verlängerung der Vertragslaufzeit kostet 169 Euro jährlich (ab dem vierten Jahr).
Ach ja: Wird ein gestohlenes Fahrzeug innerhalb von Deutschland, Österreich, der Schweiz oder den Beneluxstaaten aufgefunden, ist der Rücktransport zum Fahrzeugbesitzer bzw. der Werkstatt ohne Mehrkosten bis zu 750 Kilometern inklusive – Kosten für die behördliche Sicherstellung und Lagerung sind nicht eingeschlossen, diese werden in der Regel von der örtlichen Polizei im Zusammenhang mit der Spurensuche getragen.
Gestohlener 911er gefunden
Dass das Ortungssystem funktioniert, zeigt das Beispiel eines Porsche 911 F-Modells. Dabei arbeitete Micare PS mit dem privaten Ermittler Gerrit Walgemout zusammen. An der deutsch-niederländischen Grenze in Kerkake wurde ein in Deutschland gestohlener Porsche 911 T von 1972 sichergestellt. Dieser hatte den Re-Locator an Bord. Walgemoet, ehemaliger Zollfahnder aus den Niederlanden und mittlerweile als privater Ermittler auf das Wiederauffinden von Oldtimern spezialisiert, konnte den Wagen mit einem Kurzwellensignal in einem Garagenpark exakt orten.
Im ersten Schritt wird automobiles Diebesgut meistens außer Landes „kaltgestellt“. Das bedeutet: Der Wagen wird zwölf Wochen lang versteckt, bis er aus der sogenannten Intensivfahndung fällt. Manche automobile Klassiker werden sogar für Jahre aus dem Verkehr gezogen, bis Zulassungsbehörden schließlich irgendwann die Fahrzeugdaten löschen. „Darum ist es unbedingt sinnvoll, auch Diebstähle in unserer Fahrzeugdatenbank einzutragen, die schon länger zurückliegen“, erklärt Antonina Stumpfernagel, Geschäftsführerin von Micare.
Stand: 08.12.2025
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