Pkw-Markt Europäischer Neuwagenabsatz noch deutlich unter Vorkrisenniveau

Autor: Andreas Wehner

Satte 255 Prozent betrug das europaweite Plus bei den Pkw-Neuzulassungen im April. Allerdings stand der Automarkt vor einem Jahr aufgrund der Pandemiemaßnahmen nahezu still. Verglichen mit 2019 steht ein deutliches Minus in der Neuzulassungsbilanz. Nur alternative Antriebe boomen.

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Der europäische Neuwagenmarkt erholt sich nur langsam.
Der europäische Neuwagenmarkt erholt sich nur langsam.
(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Der europäische Pkw-Markt ist im April verglichen mit dem Vorjahresmonat um 255 Prozent gewachsen. Allerdings stand vor einem Jahr aufgrund des Corona-Lockdowns in fast allen europäischen Ländern der Autohandel nahezu still. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 liegt der Neuwagenmarkt in den Ländern der EU, der Efta und in Großbritannien zusammengenommen um fast ein Drittel im Minus. Insgesamt wurden im vergangenen Monat nach Angaben des europäischen Herstellerverbands Acea 1,04 Millionen Pkw neu registriert.

Betrachtet man die ersten vier Monate des Jahres, so ergibt sich mit europaweit 4,12 Millionen Neuzulassungen ein Zuwachs von 23,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. 2019 wurden allerdings von Januar bis April 5,49 Millionen Pkw neu registriert.

Lage bleibt schwierig

„Die erhoffte echte Erholung auf dem EU-Neuwagenmarkt lässt weiter auf sich warten“, sagt Peter Fuß vom Beratungsunternehmen EY. Zwar sprächen die europaweit sinkenden Corona-Infektionszahlen für eine wirtschaftliche Erholung. Allerdings kämpft die Autoindustrie inzwischen mit Produktionsengpässen aufgrund des Halbleitermangels.

Vorerst werde die Lage somit schwierig bleiben, erwartet Fuß: „Wir werden in diesem Jahr weder in Deutschland noch EU-weit das Vorkrisenniveau erreichen. Aber immerhin: Die Nachfrage ist derzeit groß, die Versuchung, Rabatte zu geben, ist gering. Finanziell wird das Jahr für die Autokonzerne voraussichtlich alles andere als schlecht.“

Immer weniger reine Verbrenner

Elektrifizierte Fahrzeuge haben sich inzwischen auf dem Neuwagenmarkt etabliert. Der Marktanteil von Elektroautos und Plug-in-Hybriden betrug in den fünf größten Märkten Westeuropas (Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien) im April 14,3 Prozent, nachdem er im März sogar bei 15,3 Prozent gelegen hatte. Dagegen schrumpfte der Anteil reiner Verbrenner in den Top-5-Märkten von 82 auf 62 Prozent.

„Die Wachstumsdynamik bei elektrifizierten Pkw ist nicht mehr so stark wie zum Jahresende 2020, als einige Autokonzerne alles daransetzten, die CO2-Ziele zu erreichen und mit Macht elektrifizierte Fahrzeuge in den Markt drückten“, beobachtet Fuß. Hinzu kommen Lieferengpässe.

„In der zweiten Jahreshälfte dürfte das Absatzwachstum bei elektrifizierten Neuwagen wieder deutlich zulegen“, prognostiziert der Experte. Dann sei hoffentlich die Chipkrise überwunden. Zudem ständen neue Modelle in den Startlöchern.

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Redakteur Newsdesk Automotive