EU Data Act Große Unterschiede zwischen den Herstellern

Von Sophia Stepanova 1 min Lesedauer

Seit September 2025 dürfen Fahrzeughalter die Daten ihres Pkws an Drittanbieter weitergeben. Caruso hat nun untersucht, wie die großen Hersteller das in der Praxis möglich machen.

Ein Jahr nach Geltungsbeginn gibt es noch keinen einheitlichen Zugang zur Fahrzeugdaten für Drittanbieter.(Bild:  Caruso GmbH.)
Ein Jahr nach Geltungsbeginn gibt es noch keinen einheitlichen Zugang zur Fahrzeugdaten für Drittanbieter.
(Bild: Caruso GmbH.)

Die Caruso GmbH hat am 12. Oktober die fünfte Ausgabe ihres Connected Vehicle Field Test, kurz CVFT, veröffentlicht. Der Bericht untersucht, wie Fahrzeughersteller den EU Data Act umsetzen. Die Verordnung gilt seit September 2025 und soll die Nutzung von Daten vernetzter Produkte fördern, darunter auch Fahrzeugdaten. Seit Geltungsbeginn haben Halter erstmals das Recht, auf die Daten ihres Fahrzeugs zuzugreifen und diese an Drittanbieter weiterzugeben. Caruso untersuchte von September 2025 bis Juli 2026 die Umsetzung bei den großen Herstellern.

Die Ergebnisse zeigen eine stark heterogene Umsetzung der Vorgaben. Einige Automobilhersteller führten die nötigen Maßnahmen bereits im September 2025 ein, andere erst einige Monate später. Manche bieten bis heute keine Möglichkeit an, Fahrzeugdaten zu teilen. Auch der Umfang der Daten variiert deutlich, trotz Leitlinien der EU-Kommission. Dadurch fehlt ein gemeinsamer Satz an Datenpunkten.

Uneinheitlich ist auch die Art der Datenbereitstellung. Eine große Zahl der Hersteller nutzt weiterhin Webformulare, E-Mails oder als Downloads, statt Daten über modernere Programmierschnittstellen (APIs) oder Streamingtechnologien verfügbar zu machen. Für Fahrzeughalter ist außerdem die Freigabe der Daten an Dritte laut Feedback von Endnutzern oft kompliziert, besonders für Menschen, die nicht mit digitalen Technologien aufgewachsen sind.

Große Abweichungen gibt es außerdem bei den Preisen. Für den Zugriff auf alle Daten variieren die Kosten für Drittanbieter zwischen kostenfreien Angeboten und bis zu über 30 Euro pro Fahrzeug und Monat. Einige Fahrzeughersteller ermöglichen zudem die freie Auswahl einzelner Datenpunkte, während andere nur vordefinierte Pakete anbieten.

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