Klima-Paket: Das denkt die Kfz-Branche

Große Ablehnung bei Kfzlern

| Autor: Christoph Seyerlein

Das Klimapaket soll unter anderem dazu beitragen, die Erderwärmung in Grenzen zu halten.
Das Klimapaket soll unter anderem dazu beitragen, die Erderwärmung in Grenzen zu halten. (Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Das am vergangenen Freitag von der Bundesregierung präsentierte „Klimaschutzprogramm 2030“ stößt nicht nur bei Klimaaktivisten wie Friday for Future und Co. auf Ablehnung. Auch aus der Kfz-Branche kommt teilweise Kritik. Allerdings ist diese offensichtlich anders gelagert, als bei den Demonstranten.

Während Letztere die geplante CO2-Steuer für deutlich zu niedrig angesetzt halten – ab 2021 werden zum Start 10 Euro pro Tonne fällig – ärgern sich gerade junge Kfzler darüber, dass dadurch die Preise von Benzin und Diesel ansteigen werden. Mit Erhöhungen von rund drei Cent pro Liter müssen Autofahrer an der Tankstelle rechnen. In einer Instagram-Umfrage von »kfz-betrieb« erklärten 92 Prozent der 1.691 Teilnehmer das Paket für unsinnig.

In direkten Nachrichten an die Redaktion brachten einige User zum Ausdruck, dass die Maßnahmen aus ihrer Sicht gerade jungen Menschen mit geringem Budget den Zugang zu Mobilität weiter erschweren könnten. Einer der Umfrage-Teilnehmer, der nach eigenen Angaben Kfz-Azubi im zweiten Lehrjahr ist und auf dem Land lebt, schrieb: „Ich muss auf jeden Cent achten. Wenn die Spritpreise weiter steigen, könnte ich es mir nicht leisten, in die Stadt zur Arbeit zu fahren. Aber wie soll ich anders hinkommen?“

Auch einige weitere Nachrichten gingen in jene Richtung, viele forderten einen besseren Ausbau der Alternativen wie z.B. der Bahn, anstatt das Autofahren zu verteuern. Die erhöhte Pendlerpauschale – ab dem 21. Kilometer sollen künftig 35 statt 30 Cent von der Steuer abgesetzt werden können – geht bei der großen Mehrheit nicht als Pluspunkt durch. Jenen Baustein hatten im Übrigen auch die Klimaaktivisten heftig kritisiert, allerdings weil er aus ihrer Sicht Autofahren zusätzlich begünstigt.

Volkswagen lobt, Grüne wollen vor den Bundesrat

Die Autoindustrie zeigte sich mit dem Paket derweil zufrieden. Thomas Steg, Generalbevollmächtigter des Volkswagen-Konzerns für Außenbeziehungen, sagte: „Deutschland wird damit seiner Verantwortung in Europa und der Welt gerecht.“

Höhere Prämien für Elektroautos und Investitionen in den Ausbau der Ladeinfrastruktur würden beispielsweise Anreize setzen, um Verbraucher „ohne Bevormundung in die richtige Richtung“ zu lenken. Die Anhebung der Spritpreise bezeichnete Steg als „sehr behutsam und vernünftig“. Dem Spagat, etwas für den Klimaschutz zu tun, ohne die Bürger ungerecht zu behandeln, sei die Bundesregierung deshalb nachgekommen.

Auch der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) begrüßte das Paket. Die CO2-Steuer geht aus Sicht des ZDK in Ordnung, sie schlage sich „sehr maßvoll auf den Kraftstoffpreis mit anfangs nur 3 Cent pro Liter nieder“, so ein ZDK-Sprecher. Generell ermögliche das Programm „Klimaschutz mit Augenmaß“.

Anders sehen das die Grünen. Die Parteivorsitzende Annalena Baerbock sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Was die Bundesregierung jetzt vorgelegt hat, ist ehrlich gesagt ein schlechter Witz, von dem gar keine Lenkungswirkung ausgeht.“ Das letzte Wort ist in der Debatte vermutlich längst noch nicht gesprochen. „Wir Grünen werden alles dafür tun, die klimanotwendigen Maßnahmen auf den Weg zu bringen“, so Baerbock. Die Partei wolle sich mit entsprechenden Anträgen nun an den Bundesrat wenden. Ziel sei eine „echte Verkehrswende“ und ein „Abschied vom fossilen Verbrennungsmotor“.

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