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Opel Ampera-E: Nicht mal 100 Einheiten für Deutschland

| Autor: Jens Rehberg

GM ist nicht daran interessiert, zu viele unrentable E-Autos zu verkaufen. Die deutschen Händler jedenfalls bekommen dieses Jahr kaum Ware. Ähnlich wie der erste Ampera wird der Ampera-E deshalb wohl lediglich eine Marketingkampagne bleiben.

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Erst ab November wird das Basismodell des Ampera-E bestellbar sein – dessen Listenpreis liegt bei 39.330 Euro.
Erst ab November wird das Basismodell des Ampera-E bestellbar sein – dessen Listenpreis liegt bei 39.330 Euro.
(Bild: Opel)

Wie wenig Aufmerksamkeit Detroit vor dem Verkauf von Opel an PSA für Rüsselsheim noch übrig hat, kann man unter anderem am deutschen Ampera-E-Kontingent für dieses Jahr sehen. Nach Informationen aus Händlerkreisen sollen für die von Opel ausgesuchten Ampera-E-Vermittler im Händlernetz gerade mal etwa 90 Fahrzeuge für den Verkauf beziehungsweise die Vermittlung in diesem Jahr zur Verfügung stehen. Hinzu kommen pro ausgewähltem Partner jeweils ein Vorführ- und ein Ausstellungswagen. Opel dementierte die Zahlen am Donnerstag auf Anfrage nicht.

Nun muss eine geringe Verfügbarkeit nicht unbedingt dramatische Folgen nach sich ziehen, schließlich haben E-Fahrzeuge in Deutschland nach wie vor nicht gerade Hochkonjunktur. Jedoch – „die Nachfrage ist da“, versichert der Vorstandssprecher des Opel-Händlerverbandes Peter Hübner. „Und sie ist deutlich reger als beim ersten Ampera.“ So scheint das vollmundig von Opel verkündete Reichweitenversprechen von 500 elektrisch zurücklegbaren Kilometern nicht spurlos an der Zielgruppe vorbeigegangen zu sein. Deshalb sind die Opel-Partner laut dem Händler auch „nicht begeistert“ über die stark eingeschränkte Verfügbarkeit, die den Kaufinteressenten voraussichtlich mindestens bis zum Jahreswechsel erläutert werden muss.

Nach einer vom Hersteller veröffentlichten Liste werden 44 Opel-Händler den Ampera-E in Deutschland vermarkten. Zurzeit werden die Servicemitarbeiter der entsprechenden Betriebe geschult. Die Verkäufer hat Opel für den Innovationsträger bereits fit gemacht. Angesichts des letztlich doch nicht ganz unerheblichen Aufwandes – nicht zuletzt in der Werkstatt – seien 1.000 Euro netto Agenturprovision für das E-Modell allerdings ein „überschaubarer Betrag“, so Peter Hübner. Zumal, wie ein anderer Opel-Händler auf Anfrage betonte, das Fahrzeug ohne Zweifel sehr beratungsintensiv sei.

Ein dritter Händler bezeichnete es als „sehr unzufriedenstellend“, dass Kaufinteressenten derzeit im Prinzip keine Lieferzeit genannt werden könne. Rüsselsheim habe den „Ampera-E-Agenten“ unterdessen versichert, 2018 werde „das besser werden“. Erst 2019 sei das Fahrzeug voraussichtlich voll verfügbar.

Gelobt wird der Hersteller allerdings dafür, im Gegensatz zum ersten Ampera die Händler kaum mit direkten Kosten zu belasten. Denn auch die Vorführ- und Ausstellungsfahrzeuge bleiben Eigentum des Herstellers. Die Kosten für weiteres Spezialwerkzeug hielten sich in Grenzen. Und die rund 90 Fahrzeuge, die in diesem Jahr wahrscheinlich vorwiegend über ein Leasingprogramm der Opel-Bank an die Kunden gehen, nimmt der Hersteller alle zurück. Bleibt die Investition in eine Schnellladesäule, die allerdings – sofern nicht schon vorhanden – auch nicht sofort installiert werden muss.

Acht Jahre Garantie für die Batterie

Die Bruttomonatsrate für die „First Edition“ des Ampera-E (44.060 Euro) liegt nach Angaben von Opel – die staatliche Förderung miteingerechnet – bei 505 Euro ohne An- oder Schlusszahlung für 30.000 Kilometer und drei Jahre Laufzeit. Für die Batterie garantiert Opel acht Jahre lang oder bis zu 160.000 Kilometern.

Offizieller „Verkaufsstart“ für den Ampera-E soll der 24. Juni sein.

Beim ersten Ampera, einem Mischhybridfahrzeug, hatten die 200 teilnehmenden Opel-Händler 2011 erst einmal knapp 19.000 Euro in verschiedene Sonderstandards investieren müssen – bei einer Fixmarge von 1.500 Euro pro verkauftem Fahrzeug. Vom Ampera I verkaufte Opel in Deutschland bis 2015 lediglich rund 1.500 Stück.

Opel Ampera-E: Rüsselsheims Reichweitenversprechen
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Über den Autor

 Jens Rehberg

Jens Rehberg

Stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Newsdesk des »kfz-betrieb«