Pkw-Markt wächst im Juli überraschend deutlich

Dieselanteil legt den siebten Monat in Folge zu

| Autor: Andreas Wehner

(Bild: Wehner / »kfz-betrieb«)

Der deutsche Pkw-Markt hat im Juli deutlich zugelegt. 332.788 Neuzulassungen entsprachen einem Plus von 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Freitag mitteilte. Allerdings hatte der Juli in diesem Jahr einen Arbeitstag mehr als 2018. Im Jahresverlauf steht nach sieben Monaten mit 2,182 Millionen Neuwagen ein Zuwachs von 1,2 Prozent in der Bilanz.

„Der Juli war bemerkenswert stark, vor allem wenn man das hohe Vorjahresniveau berücksichtigt“, kommentiert Peter Fuß, Autoexperte beim Beratungsunternehmen Ernst & Young (EY), die Entwicklung. Im Sommer 2018 hatten einige Autokonzerne im Vorfeld der WLTP-Umstellung massiv Autos in den Markt gedrückt, die nicht WLTP-konform waren. Daher seien die aktuellen Zahlen kein Indikator eines generellen Positiv-Trends, glaubt Fuß.

Experte erwartet Minus im Gesamtjahr

Der Experte erwartet im Gegenteil rückläufige Zahlen ab September. Denn dann gilt die nächste, verschärfte Stufe des WLTP-Prüfzyklus, die erneut zu einem ausgedünnten Modellangebot führen könnte, falls es den Herstellern nicht gelingt, rechtzeitig alle Typprüfungen zu absolvieren. „Die Schwierigkeiten dürften nicht so massiv sein wie im Vorjahr“, erwartet Fuß. Dennoch rechnet er vor diesem Hintergrund – und aufgrund der deutlich eingetrübten Wirtschaftslage – mit einem Absatzrückgang im niedrigen einstelligen Bereich für das Gesamtjahr 2019.

Der Diesel gewann im Juli erneut Marktanteile. Die Zahl der Diesel-Neuzulassungen stieg um 7,0 Prozent, der Anteil von Selbstzündern an den gesamten Neuzulassungen wuchs von 32,3 Prozent im Vorjahresmonat auf 33,0 Prozent. Somit legte der Dieselanteil inzwischen den siebten Monat in Folge zu. Dagegen gingen die Benziner-Neuzulassungen zurück. 58,2 Prozent der neu registrierten Fahrzeuge hatten einen Otto-Motor unter der Haube.

Bei den alternativen Antrieben legten die Elektrofahrzeuge mit plus 136,1 Prozent am deutlichsten zu. 5.963 Einheiten entsprachen im Juli einem Marktanteil von 1,8 Prozent. Ein Jahr zuvor lag er noch bei 0,8 Prozent. Seit Jahresbeginn wurden in Deutschland insgesamt gut 37.000 Elektroautos neu zugelassen – mehr als im gesamten Vorjahr (36.062). Auch die Hybridfahrzeuge (inklusive Plug-in-Hybride) legten mit plus 59,0 Prozent deutlich zu.

Volkswagen im Minus

Die Entwicklung der deutschen Hersteller verlief im Juli unterschiedlich. Zweistellige Zuwachsraten gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete das KBA für BMW (+32,0 %), Ford (+26,8 %), Opel (+23,2 %), Mercedes (+22,4 %) und Mini (+18,1 %). Zweistellige Rückgänge wies die Statistik dagegen für Porsche (-21,9 %), Smart (-18,1 %) und Audi (-14,0 %) aus. Bei VW gingen die Neuzulassungen um 6,9 Prozent zurück.

Unter den Importeuren legten Land Rover (+43,7 %), Lexus (+38,9 %) und Hyundai (+23,4 %) am deutlichsten zu. Dagegen mussten Subaru (-36,1 %), DS (-33,2 %) und Renault (-27,3 %) am kräftigsten Federn lassen.

Sie wollen mehr wissen? Unter www.kfz-betrieb.de/neuzulassungszahlen können Sie sich die Neuzulassungen aller Fabrikate nach Marktsegmenten gegliedert für einzelne Monate anzeigen lassen. Zudem finden Sie dort die Statistiken des KBA für die einzelnen Modellreihen als PDF zum Download.

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