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VW will seine Händler künftig „anders ansprechen“

Autor: Christoph Seyerlein

VW tritt mittlerweile mit Endkunden direkt in den Kontakt. Doch auch die Kommunikation mit den Händlern will der Hersteller verändern. In einem Interview erklärte Marketingchef Jochen Sengpiehl, wie er sich den Umgang mit den Partnern künftig vorstellt.

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Jochen Sengpiehl verantwortet das Marketing der Marke VW.
Jochen Sengpiehl verantwortet das Marketing der Marke VW.
(Bild: Volkswagen)

Dass Volkswagen künftig auch direkt mit Endkunden kommunizieren will, ist hinlänglich bekannt. Jenes Thema ist im Hinblick auf den Handel hoch sensibel, wie auch mehrere Unstimmigkeiten zwischen einigen Konzernmarken und ihren Partnern in den zurückliegenden Wochen zeigen. In einem Interview mit dem „Handelsblatt“ bekräftigte Jochen Sengpiehl, Marketingchef der Marke VW: „Der Handel bleibt in all unsere Vertriebsaktivitäten involviert.“

Allerdings wird sich die Beziehung zwischen dem Hersteller und dem Partner wandeln. Konkret wurde Sengpiehl in dem Zusammenhang im Hinblick auf die Kommunikation. „Anders wird aber, wie wir unsere Händler künftig ansprechen“, sagte der Manager. Man wolle künftig dabei nicht mehr nur auf Messen oder Händlerkongresse setzen, „sondern auch auf neue Events wie die 'Brand Experience'.“

Jene Veranstaltung feiert ihre Premiere Anfang 2020 in der Autostadt in Wolfsburg. VW erwartet laut Sengpiehl über 17.000 CEOs, Verkaufsleiter und Verkäufer. „Das ist wie eine South by Southwest für Volkswagen“, sagte der Marketingchef in Anlehnung an das bekannte Eventformat in Austin, Texas, das jährlich Festivals, Konferenzen und Fachausstellungen vor allem in den Bereichen Musik, Film und interaktive Medien vereint.

Themen der Erstveranstaltung sollen beispielsweise die dann kurz bevorstehende Markteinführung des VW ID 3, die neuen Dienste unter der Marke „We“, die künftige Vertriebsstruktur und das überarbeitete Brand Design von VW sein. Letzteres wird unter anderem auch ein neues Logo beinhalten. Ziel des Ganzen? „Wir wollen den menschlichen Touch, den die Marke über Jahrzehnte ausmachte, wieder ins Zentrum rücken“, so Sengpiehl.

Kundenerlebnis wie bei „Apple oder Google“

Der Handel soll dabei eine Rolle spielen, doch auch selbst will der Hersteller in der Kundenansprache aktiver werden. „Mit der Vernetzung von Hersteller, Handel, Fahrzeug und Kunde sind wir erstmals in der Lage, direkt mit den Kunden zu kommunizieren“, betonte Sengpiehl.

Den Schwerpunkt will der Manager dabei auf digitale Kanäle legen. Auf diese Weise will VW große Datenmengen erheben, die dabei helfen sollen, das Marketing gezielter gestalten zu können. Die Effizienz ist für Sengpiehl ein entscheidender Punkt. „Wenn ein Kunde heute mit der Marke in Kontakt kommt, hat er Dutzende Einflugschneisen. Händler, Gebrauchtwagen, Bank, … wir versuchen, die Punkte zu verbinden“, sagte er.

Mittels einer zentralen ID wolle man Kunden künftig ein Erlebnis bieten, wie sie es „von Apple oder Google kennen“. Das solle VW ermöglichen, den Kunden besser kennenzulernen. „Dann können wir auch ein auf ihn abgestimmtes Profil entwerfen“, so Sengpiehl.

Mehr zum Thema „Kunden-ID“ lesen Sie in der Titelgeschichte unserer Print-Spezialausgabe zur Digitalisierung der Auto-Branche, die am 19. Juli erscheint und zeitgleich in unseremPLUS-Fachartikel-Bereich.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«