Mit dem 307 E wagten die Stuttgarter die zweite Praxiserprobung eines Elektrotransporters im kommunalen Bereich. Seinerzeitiges Hauptmanko: die Batterietechnik auf klassischer Blei-Säure-Basis.
Mit einer Reichweite von 65 Kilometern bei einer gleichmäßigen Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern zeigt der 307 E deutlich auf, in welchen Kinderschuhen allen voran die Batterietechnik bei E-Fahrzeugen 1980 noch steckte.
(Bild: Mercedes-Benz AG)
Vor 40 Jahren präsentiert die damalige Daimler-Benz AG den Mercedes-Benz 307 E einem internationalen Publikum. Zunächst ist der Versuchstransporter auf der Umweltfachmesse Envitec in Düsseldorf und dann in London in der Ausstellung Drive Electric ’80 zu sehen. Sicherlich: Seine Alltagstauglichkeit fällt im Vergleich zu modernen E-Fahrzeugen geringer aus. Aber er liefert wichtige technische Grundlagen und Praxiserfahrungen. „Auf Basis der Transporterbaureihe T 1 hat die Daimler-Benz AG den Elektrotransporter Mercedes-Benz 307 E entwickelt. Dabei wurde auf möglichst geringe Abweichungen zur Serie geachtet, um die Herstellungs- und Betriebskosten in engen Grenzen zu halten“, heißt es in der Presseinformation vom 31. Oktober 1980.
Der 307 E ist nicht der erste Elektrotransporter der Marke: Bereits 1972 stellt Mercedes-Benz den LE 306 vor, ebenfalls ein Versuchsfahrzeug. Von diesem werden insgesamt 60 Stück gefertigt. Die kleine Flotte legt bis 1979 rund 900.000 Kilometer zurück. Als Ergebnis dieser Versuche wird festgehalten, dass auf die im LE 306 unter anderem erprobte Batteriewechseltechnik für das angepeilte Einsatzgebiet des Elektrotransporters im Stadtverkehr verzichtet werden kann.
Entwickelt wird der 307 E auf Basis der 1977 vorgestellten Transporterbaureihe TN, auch T 1 genannt. Das Bundesministerium für Forschung und Technologie (BMFT) fördert das Projekt. Um Herstellungs- und Betriebskosten zu senken, hat der 307 E eine vereinfachte Regeltechnik für den elektrischen Antrieb, die zugleich nur geringe Abweichungen vom Serientransporter 307 D mit 3.350 Millimetern Radstand notwendig macht. Die Batterie ist unterhalb des Fahrzeugbodens zwischen Vorder- und Hinterachse untergebracht und hat eine Nennspannung von 180 Volt; eingebaut sind zwei Batteriereihen mit je 90 Volt. Der Aus- und Einbau erfolgt über eine integrierte Hebevorrichtung nach unten beziehungsweise mit werkstattüblichen Hebevorrichtungen.
Bereits mit Vorform eines Navis ausgestattet
Der Laderaum ist gegenüber den Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor nicht eingeschränkt. Mit einer Nutzlast von 1,45 Tonnen und einer Reichweite von 65 Kilometern bei einer gleichmäßigen Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern ist der 307 E für den städtischen Verteilerverkehr gedacht. Erprobt werden vier verschiedene Arten von Antriebssteuerung und Kraftübertragung, beispielsweise die Ausführung Batterieumschaltung mit elektronischer Feldsteuerung kombiniert mit einem hydrodynamischen Drehmomentwandler. Der Gleichstrom-Nebenschlussmotor leistet 30 kW. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 70 Stundenkilometern und die maximale Steigfähigkeit bei 20 Prozent. Die Ingenieure von Daimler-Benz erproben im 307 E nicht nur Antriebskonzepte, sondern weitere Technik, beispielsweise den „Routenrechner“. Dieser Vorläufer des Navigationssystems liefert Informationen für eine mögliche Streckenänderung, beispielsweise Staumeldungen. Ab 1981 und bis Ende 1983 werden mit 32 Elektrotransportern zwei Großversuche ausgeführt. Das BMFT erprobt in Berlin zehn 307 E im Rahmen des vom Ministerium angestoßenen Forschungsvorhabens „Alternative Energie für den Straßenverkehr“.
Den zweiten Großversuch unternimmt die Deutsche Bundespost über fünf Jahre im Paketzustelldienst mit 22 Elektrotransportern in Bonn. Beide Praxiseinsätze machen deutlich, dass in Ballungszentren Transportaufgaben von Elektrofahrzeugen übernommen werden können. Aufgrund der Leistungsfähigkeit und Betriebssicherheit hält der Elektrotransporter dem Vergleich mit zeitgenössischen Serienfahrzeugen mit Verbrennungsmotor stand. Das Hauptproblem damaliger Elektrofahrzeuge ist allerdings die verfügbare Batterietechnik. „Ist ihre Reichweite für die Aufgabenstellung im Innenstadtbereich ausreichend, so führt der hohe Wartungsaufwand und die nicht befriedigende Lebensdauer der Blei-Säure-Batterien zu unverhältnismäßig hohen Betriebskosten“, heißt es in der Pressemitteilung vom Oktober 1980. Und weiter: „Wenn in nächster Zeit auch vielversprechende Weiterentwicklungen erwartet werden dürfen, so ist doch zu beachten, dass die teuren Elektrokomponenten gegenüber den heutigen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor zu höheren Betriebskosten führen werden.“
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.