Gebrauchte E-Autos „Beim Wiederverkauf von E-Autos steht der Handel allein da“

Von Silvia Lulei 9 min Lesedauer

Bei Neuwagen steuert die Politik über CO2-Vorgaben, bei gebrauchten E-Autos fehlen dagegen verbindliche Regeln. Jasmin Raab, Partner der Unternehmensberatung EY Parthenon, sieht darin ein Problem wegen der künftigen Flottenrückläufer. Im Interview erklärt sie, warum der EU-Batteriepass allein nicht reicht und Batteriezertifikate vergleichbar sein müssen.

Jasmin Raab, EY-Parthenon: „Gerade in Deutschland ist das Vertrauen in den Handel groß.“(Bild:  EY Parthenon)
Jasmin Raab, EY-Parthenon: „Gerade in Deutschland ist das Vertrauen in den Handel groß.“
(Bild: EY Parthenon)

Frau Raab, Sie sind Mit-Autorin der Studie „Fleet management rewired“ der Unternehmensberatung EY-Parthenon. Darin ist die Rede von einer Gebrauchtwagenwelle an E-Fahrzeugen, die in zwei bis drei Jahren auf den Markt zukommt. Ist der deutsche Gebrauchtwagenhandel darauf vorbereitet?

Jasmin Raab: Wir haben analysiert, über welchen Kanal zunehmend neue E-Fahrzeuge auf den deutschen Markt kommen werden. Der Flottenmarkt spielt da eine immer wichtigere Rolle. Denn die europäischen Märkte sind Flottenmärkte; mit einem Anteil von zwei Dritteln bei den Neuzulassungen. Schaut man explizit auf BEVs, stellen sie heute schon knapp 20 Prozent. Auch dieser Anteil wird in den nächsten zehn Jahren auf über 80 Prozent steigen. Da kommt man schnell zu der Schlussfolgerung, dass über diesen Kanal die Anzahl gebrauchter BEVs in den nächsten Jahren extrem steigen wird.