Verbandsgründung Bundesverband BFTH soll Thermografie an Fahrzeugen voranbringen

Von Dipl.-Ing. (FH) Kfz-Technik Peter Diehl 1 min Lesedauer

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Mit Thermografiescannern kann man Fahrzeugen unter den Lack blicken und so beispielsweise Vorschäden erkennen oder die Arbeit von Restauratoren beurteilen. Zur Weiterentwicklung und Verbreitung des Verfahrens hat sich nun ein Verband gegründet.

Thermografiescanner in der SVS Sachverständigenstelle in Frankfurt am Main.(Bild:  Diehl – VCG)
Thermografiescanner in der SVS Sachverständigenstelle in Frankfurt am Main.
(Bild: Diehl – VCG)

Bundesverband Fahrzeugthermografie e.V., kurz BFTH – so lautet der Name eines neu gegründeten Verbands, der „Fachleute und Institutionen zum Austausch über Möglichkeiten, Grenzen und die Standardisierung der aktiven Fahrzeugthermografie“ einlädt, wie es einer Mitteilung zur Verbandsgründung zu entnehmen ist. Sitz des BFTH ist Dinslaken.

Als erster Vorsitzender des BFTH fungiert Volker Carl, Gründer und Geschäftsführer des Thermografiescanner-Herstellers Thetascan. Michael Ernst, der in seiner Frankfurter SVS Sachverständigenstelle einen solchen Scanner betreibt, hat die Funktion des zweiten Vorsitzenden inne.

Thermografiescanner regen Fahrzeugkarosserien thermisch an und beobachten mittels Infrarotkamera ihr nachfolgendes zeitliches Temperaturverhalten. „Unterschiede können Hinweise auf material- und strukturbedingte Auffälligkeiten oder frühere Instandsetzungen liefern. Die Ergebnisse bedürfen einer sachverständigen Bewertung: Nicht jeder Vorschaden ist thermografisch erkennbar, nicht jede Auffälligkeit belegt einen Schaden“, erklärt der Verband in seiner Mitteilung.

Die Notwendigkeit der sachverständigen Bewertung gilt vor allem für historische Fahrzeuge und gegenüber Endverbrauchern. Problematisch ist primär deren Erwartungshaltung: ein möglichst gleichmäßig wirkender Scan. Doch die handwerkliche Fertigung vieler Oldtimer und die partielle Arbeit professioneller Restauratoren können Scans erzeugen, die wie ein sprichwörtlicher Flickenteppich wirken. Wird das Ergebnis nur unzureichend oder missverständlich interpretiert, kann das Folgen bis vor Gericht haben.

Ein Schwerpunkt des Verbands liegt nach dessen Angaben auf großflächigen und möglichst reproduzierbaren Messabläufen – auch mit automatisierten Systemen. Langfristig sollen der fachliche Austausch, einheitliche Prüfempfehlungen, Qualitätssicherung sowie Kooperationen mit Sachverständigen, Prüforganisationen und Forschungseinrichtungen gefördert werden.

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