Ausbildungswesen Kfz-Landesverbände schaffen eigene digitale Gesellenprüfungen

Von Nick Luhmann 3 min Lesedauer

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Bei den digitalen Gesellenprüfungen geht das Kfz-Gewerbe unterschiedliche Wege: Acht Landesverbände haben dazu eine neue Gesellschaft gegründet.

Vertragsunterzeichnung in der Landesfachschule des Kfz-Gewerbes Hessen in Frankfurt/M. (v.l.):  Joachim Kuhn, Geschäftsführer des Landesverbandes Hessen des Kfz-Gewerbes, Thorsten Krämer, Vizepräsident und Landesinnungsmeister des Landesverbandes Hessen des Kfz-Gewerbes, Daniel Möbs, Geschäftsführer der IQUL, und Roger Seidl, Geschäftsführer der Wirtschaftsgesellschaft des Kfz-Gewerbes Hessen.(Bild:  LV Hessen)
Vertragsunterzeichnung in der Landesfachschule des Kfz-Gewerbes Hessen in Frankfurt/M. (v.l.): Joachim Kuhn, Geschäftsführer des Landesverbandes Hessen des Kfz-Gewerbes, Thorsten Krämer, Vizepräsident und Landesinnungsmeister des Landesverbandes Hessen des Kfz-Gewerbes, Daniel Möbs, Geschäftsführer der IQUL, und Roger Seidl, Geschäftsführer der Wirtschaftsgesellschaft des Kfz-Gewerbes Hessen.
(Bild: LV Hessen)

Das Kfz-Gewerbe Hessen und sieben weitere Kfz-Landesverbände haben eine gemeinsame Gesellschaft zur Organisation digitaler Gesellenprüfungen gegründet. Sie soll Prüfungsverfahren in den Kfz-technischen Berufen entwickeln, verwalten und durchführen und steht auch anderen Ländern offen. Kernstück ist eine eigenständig betriebene Aufgabenbank, die von Fachautoren laufend weiterentwickelt wird.

„Unser Auftrag ist die bestmögliche Unterstützung der Kfz-Innungen, ihrer Mitgliedsbetriebe und der Auszubildenden. Dafür brauchen wir starke Partner und verlässliche Strukturen. Mit der neuen Gesellschaft schaffen wir gemeinsam eine leistungsfähige Lösung für die Organisation digitaler Gesellenprüfungen, die sich konsequent an den Bedürfnissen der Länder und ihrer Organisationen orientiert“, erklärt Thorsten Krämer, Vizepräsident und Landesinnungsmeister des hessischen Kfz-Gewerbes.

Ausbildungsmedium „AUTOfachmann“ stellt Inhalte

Das Prüfungswesen liegt in der Zuständigkeit der Länder. Die beteiligten Landesverbände - Hessen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Baden-Württemberg und Saarland – bündeln mit der Gesellschaft ihre Erfahrungen. An der Erstellung neuer Prüfungsaufgaben wirken bereits Autoren aus den Landesverbänden und darüber hinaus mit. Ergänzt werden ihre Aufgaben durch ausgewählte Inhalte des Ausbildungsmediums „AUTOfachmann“, die die Vogel Communications Group bereitstellt, zu der auch »kfz-betrieb« gehört. Die Weiterentwicklung der Aufgabendatenbank soll auch die Nutzung dieses Ausbildungsmediums stärken und zur Verbesserung der Ausbildungsqualität beitragen.

In Hessen werden die theoretischen Gesellenprüfungen für Kfz-Mechatronikerinnen und Kfz-Mechatroniker seit 2020 flächendeckend digital durchgeführt. Jährlich absolvieren dort mehr als 2.000 Prüflinge ihre theoretische Gesellenprüfung digital. Krämer: „Das ist eine Erfolgsgeschichte, die wir gemeinsam mit anderen Landesverbänden und Innungen weiterschreiben möchten.“

Neue Gesellschaft organisiert die Prüfungen

Die Gesellschaft organisiert künftig die Gesellenprüfungen in Hessen und weiteren Bundesländern in Abstimmung mit den jeweiligen Ländervertretern. Die Prüfungsaufgaben-Auswahlausschüsse auf Landesebene sowie die beteiligten Landesverbände und Innungen werden weiterhin zentral von erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut. In einem mehrstufigen Verfahren wählen sie gemeinsam mit den Autoren Aufgaben für die Datenbank und die Prüfungsvorschläge der Länder aus.

Technische Umsetzung weiterhin mit IQUL

Für die technische Umsetzung arbeitet das Konsortium weiterhin mit der IQUL zusammen. Das auf digitale Prüfungs- und Examenslösungen spezialisierte Unternehmen beschäftigt mehr als 120 Mitarbeiter. Es stellt Prüfungssoftware, technische Infrastruktur, Hosting-, Support-, Schulungs- und Betriebsleistungen sowie weitere organisatorische Dienstleistungen bereit.

„Bei der Softwarebereitstellung und der technischen Durchführung der Prüfungen setzen wir auch künftig auf die IQUL. Die Zusammenarbeit hat sich über viele Jahre bewährt. Deshalb vertrauen wir weiterhin auf die professionelle und verlässliche Unterstützung unseres langjährigen Partners“, sagt Joachim Kuhn, Geschäftsführer des Landesverbandes Hessen des Kfz-Gewerbes.

Daniel Möbs, Geschäftsführer der IQUL, begrüßt diesen Schritt: „Als langjähriger Technologiepartner wissen wir, wie wertvoll eine vertrauensvolle und partnerschaftliche Zusammenarbeit ist. Besonders schätzen wir die gemeinsamen Vorstellungen, den offenen Austausch und das sehr gute persönliche Miteinander. Auf dieser Grundlage möchten wir die digitale Gesellenprüfung gemeinsam weiterentwickeln und ihre Zukunft aktiv mitgestalten.“

BIV-Kfz geht anderen Weg

Laut Kfz-Gewerbe Hessen hat der Bundesinnungsverband (BIV) des Kfz-Handwerks beschlossen, bei den digitalen Gesellenprüfungen künftig einen anderen organisatorischen Weg zu gehen. Daraufhin haben die beteiligten Landesverbände entschieden, ihre Zusammenarbeit in eigener Verantwortung fortzuführen und auszubauen. Das dafür gegründete Konsortium aus acht Landesverbänden steht allen Landes-, Innungs- und Fachorganisationen im Bereich der Kfz-technischen Berufe offen.

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„Was wir in Hessen gemeinsam mit sieben weiteren Landesverbänden erfolgreich auf den Weg gebracht haben, verstehen wir als Angebot für die gesamte Branche. Unser Ziel ist es, eine moderne, ländernahe und zukunftssichere Struktur für digitale Gesellenprüfungen zu schaffen. Wir freuen uns über das große Interesse und die positiven Rückmeldungen aus weiteren Landesverbänden und Innungen“, betont Krämer.

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