Generationenwechsel Tiemeyer gibt sich neue Führungsstruktur

Von Dr. Martin Achter 2 min Lesedauer

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Mit einer neuen Führungsstruktur nehmen die Bochumer den Generationenwechsel in Angriff: Heinz-Dieter Tiemeyer führt künftig den Verwaltungsrat, vier Direktoren verantworten das Geschäft. KI wird eigenes Ressort, der Vertrieb wird in neun Regionen gegliedert.

Die neue Führung der Tiemeyer-Gruppe. Im Bild (v. l.): Michael Evers, Torsten Rott, Pauline Tiemeyer, Heinz-Dieter Tiemeyer, Fritz Tiemeyer(Bild:  Jürgen Nobel)
Die neue Führung der Tiemeyer-Gruppe. Im Bild (v. l.): Michael Evers, Torsten Rott, Pauline Tiemeyer, Heinz-Dieter Tiemeyer, Fritz Tiemeyer
(Bild: Jürgen Nobel)

Die Tiemeyer Holding SE (Tiemeyer Gruppe) hat sich zum Oktober eine neue, sogenannte monistische Führungsstruktur gegeben. Dabei liegen strategische Führung und Kontrolle in einem Gremium, dem Verwaltungsrat. Vorsitzender des Verwaltungsrats ist Heinz-Dieter Tiemeyer, wie das Unternehmen mitteilte. Das bisherige dualistische Leitungssystem mit getrennten Gremien ist damit abgelöst.

Das operative Geschäft verantworten künftig vier geschäftsführende Direktoren: Michael Evers (Finanzen), Torsten Rott (Aftersales), Pauline Tiemeyer (Sales) und Fritz Tiemeyer (Personal, Vertriebscontrolling, Zentraleinkauf und KI). Evers und Rott behalten ihre Bereiche. Mit Pauline und Fritz Tiemeyer rückt die nächste Generation in die Unternehmensführung.

Zuvor war Pauline Tiemeyer für Marketing, Personal und Business Development zuständig, Fritz Tiemeyer verantwortete die Marke Hyundai. Der bisherige Vertriebsvorstand Dirk Reitzer hat den Bereich Sales übergeben und verlässt die Gruppe.

Wechsel zeichnete sich ab

Der Wechsel zeichnete sich ab. Ende des vergangenen Jahres sagte Heinz-Dieter Tiemeyer im Gespräch mit »kfz-betrieb« über seine Kinder: „Beide sind gut ausgebildet und jederzeit bereit, sich dieser Aufgabe zu stellen.“ Zu seinem eigenen Rückzug erklärte er damals: „Ich möchte noch um die vier Jahre arbeiten und mich dann in unseren Aufsichtsrat zurückziehen.“

Dass KI jetzt als eigenes Ressort auf Direktorenebene verankert wird, soll den hohen Stellenwert der technologischen Weiterentwicklung unterstreichen. Im Sommer hatte Heinz-Dieter Tiemeyer seinen pragmatischen Ansatz im Interview folgendermaßen beschrieben: Die Gruppe wolle als Fast Follower bewährte Lösungen zukaufen und plane ein unternehmenseigenes Large Language Model für Vertrieb, Aftersales und Verwaltung. Klar ist für ihn auch: „KI ist für uns kein Rationalisierungsprogramm, das zu Entlassungen führt.“

Im Vertrieb organisiert Pauline Tiemeyer die Standorte künftig in neun Regionen. Jede leitet ein Regionalleiter beziehungsweise Geschäftsführer. Die Marken werden weiterhin regionsübergreifend von den Markenverantwortlichen gesteuert. So will die Gruppe die Nähe zu regionalen Märkten und Mitarbeitenden mit einer einheitlichen Markenstrategie verbinden.

Mit 46 Standorten und über 2.100 Mitarbeitenden gehört die Bochumer Gruppe zu den zehn absatzstärksten Autohandelsgruppen Deutschlands. 2025 verkaufte sie bei rund 1,4 Milliarden Euro Umsatz über 50.000 Fahrzeuge.

Zum 1. Juni integrierte sie Automobile Darmas als Automobile Tiemeyer. Das nächste Ziel nannte Heinz-Dieter Tiemeyer im Sommer: „Grundsätzlich sind zwei Milliarden Euro Umsatz die Größe, die zu mehr Effizienz führt. Und diese Marke wollen wir in den nächsten fünf Jahren erreichen.“ Mit der neuen Struktur will Tiemeyer nach eigenen Angaben in die nächste Wachstumsphase eintreten.

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