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BMW: Rückrufe für Airbag und Gurtschloss

Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Viktoria Hahn

Diverse Modellreihen der Baujahre 2019 und 2020 haben Defizite beim Insassenschutz. Es geht um zwei Probleme am Lenkrad und an den vorderen Gurtschlössern.

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(Bild: BMW)

BMW hat zwei weltweit etwa gleich große Rückrufe wegen Problemen mit dem Insassenschutz gestartet. Eine kleine Designanpassung am Lenkrad ist für den ersten verantwortlich. „Aus optischen Gründen wurde im Januar 2020 die Airbag-Kappe (Hupenplatte) hinsichtlich der Aufreißnaht für die Airbag-Entfaltung geändert“, erklärte eine Konzernsprecherin. Doch das BMW-Emblem könne dadurch nun bei einem Auslösen Risse im Luftsack verursachen. Die Aussage gilt für weltweit 9.614 Exemplare des 1ers (F40) und 2er Gran Coupé (F44).

In einem solchen Fall biete der Airbag potenziell keine Rückhaltewirkung. „Zudem kann der Insasse einem heißen Gasstrom ausgesetzt sein“, sagte die Sprecherin. Zum Tausch des Bauteils müssen hierzulande 2.882 Fahrzeuge erscheinen, die zwischen 25. Januar und 12. März dieses Jahres vom Band liefen. Für die Aktion mit dem internen Code „0032100300“ sei eine halbe Stunde eingeplant.

Mechanischer Defekt an den vorderen Gurtschlössern

Der zweite Rückruf ist auf einen mechanischen Defekt an den vorderen Gurtschlössern zurückzuführen. Dieser wirkt sich wiederum negativ auf die Sensorik aus. Das Rückhaltesystem könnte dadurch einen eigentlich ordentlich angeschnallten Passagier als nicht angegurtet einstufen.

Dann stünden die Funktionen „Sicherheits-Gurtstrammung“ und „adaptive Gurtkraftbegrenzung“ nicht zur Verfügung, erläuterte die Sprecherin auf Anfrage. Gleichzeitig sei die Airbag-Funktion eingeschränkt. „Der Insasse erhält keinen Hinweis über die Airbag-Warnleuchte“, sagte sie. Trotzdem merkt die Person, dass etwas nicht stimmt. Denn das Fahrzeug spult das obligatorische Warnprogramm für das Fahren ohne Gurt ab.

Bis zu 60 Minuten Werkstattaufenthalt

So erscheint in der Instrumententafel eine Anschnallaufforderung, es erklingt 100 Sekunden lang ein Gong und die entsprechende Warnleuchte ist dauerhaft eingeschaltet. „Sofern das Fahrzeug mit einer Insassenerkennung ausgestattet ist, erhält der Beifahrer ebenfalls diese Erinnerung“, so die Sprecherin.

Weltweit ist das Problem für knapp 10.400 Besitzer eines X3, X4, 8ers (hier jeweils inklusive M-Modelle, also Modellcodes G01, G02, G14-16, F91-93, F97 und F98) und 3ers (G20 und 21) relevant. In Deutschland müssen genau 736 Exemplare aus dem Bauzeitraum November 2019 bis März 2020 in der Vertragswerkstatt erscheinen. Dort prüfen die Mitarbeiter zunächst das vordere Gurtschloss und tauschen es bei Bedarf samt entsprechendem Untergurt aus. Dies dauert minimal 15 und maximal 60 Minuten.

Unfälle im Zusammenhang mit beiden Problem seien keine bekannt, so die Sprecherin abschließend.

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 Niko Ganzer

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Freier Journalist