Die Testfahrt im Wunschauto ist ein elementarer Teil des Verkaufsprozesses – und für Betrüger ein einfacher Weg, ein Fahrzeug zu stehlen. Dagegen hilft nur die sichere Feststellung der Identität des Interessenten. Professionelle Dokumentenfälscher entlarvt Hightech, die den Autohaus-Alltag auch an anderer Stelle erleichtert.
Ein unbekannter Kunde, der Ausweis sieht echt aus – aber ist er es wirklich? Diese Frage kann angesichts hochprofessioneller Fälschungen mit großer Sicherheit nur die Technik lösen.
(Bild: Desko)
Die Betrugsfälle in der Kfz-Branche häufen sich. Die Bandbreite reicht von relativ harmlosen gefälschten Mobile.de-Rechnungen über Kaufangebote für nicht existente Fahrzeuge bis zu entwendeten Fahrzeugen, die nach einer Probefahrt nicht mehr zurückgebracht wurden. Kurz: Kriminelle haben die Branche im Visier.
Das Thema Probefahrt ist besonders heikel, denn trotz aller Digitalisierung bleibt für viele Interessenten die Fahrt im Wunschauto ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Kaufentscheidung. Die Frage nach einer Probefahrt zu verneinen, würde Kaufwillige mindestens irritieren. Dass sich die Händler mit den Ausweisdokumenten der Kunden absichern, ist dagegen allgemein akzeptiert. Doch die Betrüger rüsten auf – mit gut gefälschten Ausweisen und Führerscheinen. Sie schaffen sich eine glaubwürdige Identität und bauen im Anbahnungsgespräch Vertrauen auf, sodass selbst geübte und erfahrene Verkäufer die Gefahr kaum mehr erkennen können.
Inzwischen ist es keine Ausnahme mehr, dass ein Fahrzeug, erst recht in höheren Preiskategorien, von der Probefahrt nicht mehr zurückkommt. 2024 fiel laut dem Bundeskriminalamt (BKA) fast ein Viertel der verschwundenen Fahrzeuge in die Kategorie „Unterschlagung“. Die Ermittler beschreiben seit Jahren, wie arbeitsteilig und professionell internationale Tätergruppierungen vorgehen – inklusive der Experten für Dokumentenfälschungen. Sie nutzen gestohlene Originaldokumente ebenso wie gefälschte Identitäten. Die Täter gelangen über Datenlecks, Schadsoftware etc. immer wieder an vollständige Datensätze mit Ausweisdokumenten, Führerscheinen und persönlichen Informationen. Durch die professionelle Kombination aus Hardware und Daten entstehen Dokumente, die auf den ersten Blick vollkommen plausibel erscheinen.
An der Probefahrt führt kein Weg vorbei
Am Verkaufstresen bleiben letztlich nur zwei Möglichkeiten. Die Verkäufer müssen entweder darauf vertrauen, den richtigen Riecher zu haben – oder die Betriebe rüsten ebenfalls auf und setzen auf eine professionelle Identitätsprüfung. Die Voraussetzungen sind dafür sind grundsätzlich gut. Denn Personalausweise und Reisepässe sind in den vergangenen Jahren technisch deutlich sicherer geworden als noch vor wenigen Jahren. Mikroschriften, holografische Elemente, variable Drucktechniken, UV und Infrarotmerkmale sowie elektronische Chips sind Ansatzpunkte, um Manipulationen zu entdecken.
Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass diese Sicherheitsmerkmale nur dann einen Schutz bieten, wenn sie tatsächlich überprüft werden. Ohne geeignete Prüftechnik bleiben viele davon im Verkaufsalltag unsichtbar. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat das Problem erkannt und empfiehlt den Mitgliedsbetrieben entsprechende Systeme einzusetzen.
Langjährige Erfahrung in der professionellen Überprüfung von Identitätsdokumenten besitzt die Desko GmbH mit Sitz in Bayreuth, die Hard- und Softwarelösungen entwickelt und bereits seit 35 Jahren im Geschäft ist. Das Unternehmen unterstützt Kunden weltweit, Ausweisdokumente schnell, sicher und zuverlässig zu verifizieren und Betrugsversuche frühzeitig zu erkennen. Zum Einsatz kommen die Lösungen in über 120 Ländern unter anderem bei Banken und Finanzdienstleistern, an Flughäfen, bei Behörden, in Hotels, in Autovermiet-Stationen sowie in weiteren Branchen mit hohen Anforderungen an die sichere Identifizierung von Personen.
Technik nutzt sonst nicht zugängliche Datenbanken
Die Systeme von Desko analysieren Ausweisdokumente unter unterschiedlichen Lichtquellen. Neben sichtbarem Licht kommen beispielsweise Ultraviolett und Infrarot zum Einsatz. Dadurch werden Sicherheitsmerkmale sichtbar, die bei einer normalen Sichtprüfung verborgen bleiben. Hochauflösende Kameras erfassen die feinen Mikroschriften und Druckstrukturen. Zusätzlich lassen sich bei biometrischen Ausweisen die Daten des integrierten RFID-Chips auslesen. Dadurch stehen Informationen aus mehreren unabhängigen Quellen zur Verfügung. Die Prüfsoftware vergleicht diese Daten miteinander und sucht nach Unstimmigkeiten.
Stand: 08.12.2025
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Hinzu kommt der Abgleich mit umfangreichen Referenzdatenbanken. Professionelle Systeme kennen Aufbau und Sicherheitsmerkmale tausender internationaler Ausweisdokumente. Dadurch können auch Dokumente geprüft werden, die Mitarbeiter eines Autohauses im Alltag nur selten oder sogar erstmalig sehen. Mit zunehmender Internationalisierung gewinnt dieser Aspekt an Bedeutung, denn bei Kunden aus dem europäischen Ausland oder aus Drittstaaten ist die Beurteilung der Echtheit von Dokumenten für die Autohausmitarbeiter kaum mehr sicher zu leisten.
Einer Investition in die Sicherheit steht häufig die Sorge vor den Kosten im Weg. Oder die Annahme, dass professionelle Identitätsprüfung vor allem für große Konzerne oder internationale Mobilitätsunternehmen geeignet sei. Doch der Markt hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Inzwischen stehen kompaktere Techniken zur Verfügung, die schon mit einer Investition unter tausend Euro starten und speziell auf Unternehmen mit geringerem Prüfaufkommen zugeschnitten sind. Dadurch können Sicherheitsmaßnahmen schrittweise eingeführt werden, ohne bestehende Abläufe grundlegend verändern zu müssen.
Der wirtschaftliche Nutzen ergibt sich dabei nicht ausschließlich aus der Verhinderung einzelner Fahrzeugdiebstähle. Ebenso relevant sind kürzere Erfassungszeiten, eine geringere Fehlerquote bei der Übernahme von Kundendaten und eine einheitliche Dokumentation aller Fahrzeugübergaben.
Europäische Regeln für die Identitätsprüfung kommen
Mit der europäischen eIDAS-2.0-Verordnung und der Einführung der European Digital Identity Wallet entstehen in den kommenden Jahren neue Standards für digitale Identitäten. Unternehmen werden künftig immer häufiger digitale Nachweise prüfen und verarbeiten müssen. Die Fähigkeit, Identitäten zuverlässig zu verifizieren, entwickelt sich damit von einer punktuellen Sicherheitsmaßnahme zu einer grundlegenden Infrastruktur digitaler Geschäftsprozesse.
Für Autohäuser bedeutet dies, dass eine Identitätsprüfung künftig weit über den klassischen Probefahrtprozess hinausreichen könnte. Leasingverträge, digitale Fahrzeugübergaben oder vollständig online vorbereitete Kaufprozesse setzen voraus, dass die Identität eines Kunden zweifelsfrei festgestellt werden kann. Wer diese Prozesse frühzeitig etabliert, schafft nicht nur mehr Sicherheit, sondern verbessert zugleich die Qualität und Geschwindigkeit seiner Kundenprozesse.
Referenzkunden von Desko sind die Autovermieter Sixt und Europcar. Die Desko-Systeme werden dort eingesetzt, wo Fahrzeuge täglich ihre Besitzer wechseln und die Mitarbeiter binnen Minuten entscheiden müssen, ob ein Kunde tatsächlich derjenige ist, für den er sich ausgibt. Vorteilhaft ist am Point of Sale, dass neben der Echtheitsprüfung der vorgelegten Dokumente zugleich die Daten erfasst und automatisiert in die Datenbanken eingespielt werden.
Sicherheit und Datenqualität in einem
Das heißt, dass die technische Prüfung den Vermietprozess nicht verlangsamt, sondern vereinfacht. Mitarbeiter erhalten innerhalb weniger Sekunden eine fundierte Entscheidungsgrundlage, ohne selbst Spezialisten für Dokumentensicherheit sein zu müssen. Gerade in Stoßzeiten reduziert dies den Zeitaufwand dank der automatisierten Datenerfassung und schafft gleichzeitig ein höheres Sicherheitsniveau.
Diese Erfahrungen lassen sich zunehmend auf Autohäuser übertragen. Auch dort werden Fahrzeuge vorübergehend aus der Hand gegeben, sei es für Probefahrten, Werkstattersatzwagen oder Vorführfahrzeuge. Die Risiken unterscheiden sich nur unwesentlich von denen einer Autovermietung. Und klar ist auch, dass sich nicht alle Risiken durch eine bessere Fahrzeugtechnik – Stichwort Diebstahlschutz – vermeiden lassen. Entscheidend wird vielmehr, wer Zugang zum Fahrzeug erhält und ob dessen Identität zuverlässig überprüft wurde.
„Vor dem Hintergrund zunehmender Professionalisierung organisierter Tätergruppen dürfte die Identitätsprüfung auch im Automobilhandel zu einem festen Bestandteil moderner Sicherheitskonzepte werden“, sind die Desko-Sicherheitsexperten überzeugt. Denn am Ende entscheidet häufig nicht die Qualität der Wegfahrsperre darüber, ob ein Fahrzeug gestohlen wird, sondern wem der Schlüssel überhaupt übergeben wird.