»kfz-betrieb«-Auto-Check: VW T-Roc Am Ende der Entwicklung?

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 4 min Lesedauer

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Volkswagens sportlicher Kompakt-SUV hat uns bei unseren Testfahrten überzeugt. Elegant gestylt, handlich im Fahrverhalten und mit gutem Platzangebot empfiehlt er sich als Alltags-Alleskönner für praktisch jede Zielgruppe. Doch was bleibt jetzt noch an Verbesserungspotenzial?

Seit November 2025 ist die zweite Generation des T-Roc im Handel – und wurde erneut eines der meistverkauften Modelle von Volkswagen in Deutschland.(Bild:  Kuhn – VCG)
Seit November 2025 ist die zweite Generation des T-Roc im Handel – und wurde erneut eines der meistverkauften Modelle von Volkswagen in Deutschland.
(Bild: Kuhn – VCG)

Als Autojournalist ist man schnell unzufrieden, wenn man an einem neuen Modell nichts zum Kritisieren findet. Bloß gut, dass es die heutige bildschirmbasierte Bedienung gibt. Darüber kann man praktisch bei jedem Modell mit gutem Grund meckern – mittlerweile sogar mit wissenschaftlicher Rückendeckung.

Also tun wir das auch beim VW T-Roc – dann haben wir es hinter uns. Auch er leidet unter der sehr touchlastigen Bedienungsstrategie, die immer wieder zu längeren Blicken von der Straße weg auf den Bildschirm zwingt. Aber VW hat mittlerweile die richtigen Schlüsse gezogen und bietet wieder mehr haptische Bedienelemente an.

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Im Lenkrad gibt es echte Schalter statt Touchflächen, und zwischen den Sitzen befindet sich ein neuer Drehschalter. Dummerweise ist er mehrfach belegt – man kann hier die Lautstärke regeln oder zwischen den Fahrmodi wechseln. Welche Funktion gerade aktiv ist, zeigt allerdings nur ein Minidisplay im Schalter an – und dafür muss man doch wieder weg von der Straße schauen.

Doch nun genug mit der Meckerei, denn im Großen und Ganzen konnte der neue T-Roc uns wirklich überzeugen. Das aktuelle Modell hat Ende 2025 den T-Roc der ersten Generation abgelöst, den wir zuletzt vor drei Jahren im Test hatten.

Erste Erkenntnis: Im Vergleich zum Vorgänger finden wir das Design deutlich gelungener. Die Front im aktuellen VW-Look wirkt eleganter, das ganze Fahrzeug mehr aus einem Guss als der Vorgänger, obwohl die VW-Designer vor allem am Heck durchaus Reminiszenzen an den ersten T-Roc erkennen lassen – etwa die geschwungene Falte über dem hinteren Radlauf. Am harmonischeren Gesamtbild haben sicher die gewachsenen Abmessungen ihren Anteil (Länge plus 14 Zentimeter). Der alte T-Roc wirkt gegen seinen Nachfolger etwas gestauchter.

Im Innenraum macht sich die größere Kabine in einem besseren Platzangebot für die Fondpassagiere bemerkbar. Hier können nun auch vier Erwachsene aushalten, wobei die Bequemlichkeit mehr der eines gut sitzenden Turnschuhs entspricht als der einer lockeren Hauspantine. Außerordentlich bequem sind dagegen die Vordersitze. Gut geschnitten, nicht zu schmal, straff, aber nicht zu hart gepolstert – hier sitzt man gerne auch längere Touren ab.

Wertig, aber ohne eitlen Tand

Insgesamt wirkt der Innenraum sehr wertig, wobei VW nicht auf eitlen Tand setzt wie die Chinesen, die einfach jede Oberfläche mit Leder tapezieren. Nein, es ist eher der Gesamteindruck aus Sitzposition, Übersichtlichkeit, Handhabung und Anfassqualität, der beim T-Roc überzeugt. Nur ob es tatsächlich eine neue Kinematik für den inneren Türöffner gebraucht hätte, erscheint uns fraglich.

Klassische Werte vertritt VW auch beim Antrieb. Der 1,5-Liter-Vierzylinder mit dem mild hybridisierten Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe erschien uns lange Jahre als ziemlich perfekter Kompromiss aus guten Fahrleistungen und angemessenem Verbrauch. Doch mittlerweile bieten immer mehr Hersteller überzeugende Vollhybride an, die spürbar weniger Sprit verbrauchen als der TSI. Wir verzeichneten im Durchschnitt rund sechs Liter bei Autobahnfahrt im Bereich der Richtgeschwindigkeit.

Mittlerweile hat VW selbst einen seriell-parallelen Hybriden entwickelt, der auch schon im T-Roc zu haben ist. Wir hatten allerdings noch keine Gelegenheit für eine Testfahrt. Mal sehen, ob er ebenbürtig mit den bekannt sparsamen Toyota- oder Renault-Vollhybriden oder den immer besser werdenden chinesischen Antrieben in diesem Segment ist.

Gutes Auto, aber auch sehr teuer

Für sich betrachtet ist der 110 kW/150 PS starke TSI aber immer noch ein überzeugender Motor – laufruhig und leise sowie abgesehen von einer leichten Anfahrschwäche auch durchaus dynamisch. Damit passt er zur sportlichen Ausstattungslinie namens R-Line des Testwagens. Wobei man angesichts der 20-Zoll-Felgen und der sportlichen Hankook-Ventus-Reifen in 225/40 R 20 auch gut und gerne 200 PS vermuten könnte. Die Federung ist trotz der im Testwagen verbauten adaptiven Dämpfer stets auf der straffen Seite – wer mehr Komfort will, darf eben keine R-Line bestellen. Ein unkomfortabler Springbock ist der T-Roc aber keineswegs.

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Insgesamt beschlich uns bei der Beschäftigung mit dem T-Roc das Gefühl, dass die klassische Fahrzeugentwicklung mittlerweile an einer Art Endpunkt angekommen ist. Was will man im Kompaktsegment in Sachen Fahrkomfort, Lenkverhalten oder Karosseriekonzept noch viel besser machen, als es der T-Roc aktuell kann? Weitere Fortschritte dürften so marginal ausfallen, dass der Kunde sie kaum bemerken würde.

Wahrscheinlich sollte der VW-Konzern seine erhebliche Entwicklungspower nun darauf konzentrieren, den Preisabstand zu den Chinesen nicht noch größer werden zu lassen, ohne allzu viel von den guten Produkteigenschaften zu verlieren. Denn – und auch das gehört zur Wahrheit – der sehr gute VW T-Roc ist auch sehr teuer. Der Grundpreis der R-Line mit 110-kW-TSI liegt bei 42.460 Euro – der Testwagen kam mit ein paar Zusatzausstattungen auf 48.380 Euro. Noch schaffen es die VW-Händler, den Kunden die 10.000 bis 15.000 Euro Aufpreis gegenüber einem vergleichbaren Fernost-Import zu verargumentieren. Aber ob das auch in Zukunft noch so sein wird?

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