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Automobilhandel: Welche Strategie ist heute für morgen die richtige?

Autor: Wolfgang Michel

In seiner Spezialausgabe „Die großen Autohändler Deutschlands 2018“ hat »kfz-betrieb« den hiesigen Autohandel bis ins Detail durchleuchtet. Das Fachmagazin zeigt, was gut läuft, wo es hakt und wie die Branche die zahlreichen Herausforderungen in nächster Zeit angehen kann.

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Mit einem ganzen Bündel an Bau- und Modernisierungsmaßnahmen rüstet sich der weltweit älteste Mercedes-Benz-Partner für die Zukunft. Bis 2022 sollen sie abge­schlossen sein. Rund 50 Millionen Euro stellt die S&G-Gruppe dafür zur Verfügung.
Mit einem ganzen Bündel an Bau- und Modernisierungsmaßnahmen rüstet sich der weltweit älteste Mercedes-Benz-Partner für die Zukunft. Bis 2022 sollen sie abge­schlossen sein. Rund 50 Millionen Euro stellt die S&G-Gruppe dafür zur Verfügung.
(Bild: S&G)

Welche Strategie ist heute für morgen die richtige? Diese Frage stellen sich selbst die größten Autohändler Deutschlands beim Blick in die Zukunft immer wieder. Denn unter den derzeitigen Rahmenbedingungen wird die langfristige Unternehmensplanung auch für die Big-Player im Kfz-Gewerbe immer schwieriger. Das liegt unter anderem an Schlagzeilen wie:

Auch wenn man über alle Punkte hinweg unterschiedlicher Meinung sein kann, sollte jeder Neuwagen-Vertragshändler vor allem den letzten Punkt für seine Zukunftsstrategie ernst nehmen. Denn auch wenn die Gefahrenlage heute eine andere ist – die Zukunft von Autohäusern war immer schon gefährdet. Vor allem dann, wenn man in der Gegenwart von der Vergangenheit träumt und dabei die Zukunft ausblendet.

Dass Deutschlands selbstständige Markenhändler bis 2025 noch einmal weniger Neuwagen als heute verkaufen, ist realistisch. Das verrät der Blick in das analoge Zeitalter: 1998 verkauften die markengebundenen Autohäuser rund 3,3 Millionen Neuwagen. Lediglich rund 350.000 Neuwagen kamen damals seitens der Hersteller hinzu. Mittlerweile vermarkten die Hersteller Jahr für Jahr deutlich über eine Million Neuwagen selbst. Händlerverträge hin, vielgepriesene Partnerschaft her – der Neuwagenanteil wird im digitalen Zeitalter weiter zugunsten der Hersteller zulegen.

Parallel zu dieser Entwicklung gesellen sich für den Handel noch Katastrophen wie das Dieseldesaster oder die WLTP-Problematik. Beispiel Audi: Gerade mal 2.745 Neuwagen von Audi gingen laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) im November in Deutschland an Privatkunden – satte 58 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Nun sind die Ingolstädter traditionell eher eine Flottenmarke. Aber auch dort sieht es düster aus. Mit 4.390 Einheiten halbierte sich der Absatz in jenem Segment im Vergleich zum November 2017 nahezu. Etwas sarkastisch könnte man auch sagen: Audi-Händler haben im Neuwagen-Verkauf ungewollt eine sehr geruhsame Vorweihnachtszeit.

Die großen Autohändler Deutschlands 2018
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Von Audi bis Volvo – durch die von der Politik und den Automobilherstellern propagierte und forcierte Elektromobilität dürfte zudem die wichtigste Ertragssäule namens Servicegeschäft perspektivisch unter Druck geraten.

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 Wolfgang Michel

Wolfgang Michel

Chefredakteur »kfz-betrieb«