In den ersten drei Quartalen 2026 wurden in Europa knapp 1,7 Millionen neue Transporter, Lkw und Busse zugelassen. Bei allen drei Fahrzeugklassen legten die elektrifizierten Modelle deutlich zu. Ihr Anteil am Gesamtmarkt fällt jedoch weiterhin sehr unterschiedlich aus.
Der Anteil elektrifizierter Nutzfahrzeuge an den Neuzulassungen in Europa wächst – prozentual derzeit insbesondere bei Lkw.
(Bild: Daimler Truck AG)
Der europäische Nutzfahrzeugmarkt entwickelte sich von Januar bis September 2026 uneinheitlich. Während die Neuzulassungen von Transportern mit 1.364.049 Fahrzeugen weitgehend stabil blieben (+0,5 %), stiegen sie bei Lkw um 8,2 Prozent auf 271.472. Der Busmarkt wuchs um 7,1 Prozent auf 40.435 Neuzulassungen. Gleichzeitig gewannen extern aufladbare Fahrzeuge in allen drei Klassen Marktanteile in den Ländern der EU, der Efta und in Großbritannien hinzu. Der Diesel blieb jedoch jeweils die meistgewählte Antriebsart – besonders deutlich bei Lkw und Transportern. Insgesamt kamen 1.698.128 Nutzfahrzeuge neu auf die Straßen.
Die Zahlen zeigen laut Acea, dass rein elektrisch betrieben Nutzfahrzeuge in der EU an Bedeutung gewinnen. Die Entwicklung sei ein Fortschritt, jedoch wachse die Akzeptanz noch nicht schnell genug. Der Hochlauf alternativer Antriebe hängt dem Verband zufolge nicht nur von den verfügbaren Fahrzeugen ab, sondern auch von der Infrastruktur und den Energiepreisen. Gerade für den Durchbruch der E-Nutzfahrzeuge blieben diese Bedingungen entscheidend.
Transporter: Elektroanteil steigt auf 14,9 Prozent
Wenig Wachstumsimpulse zeigten sich im Markt für neue Transporter. Er legte, insbesondere getrieben von der Nachfrage in Großbritannien (+3,8 %), Spanien (+6,9 %) und verschiedenen kleineren Märkten, um 0,5 Prozent zu auf knapp 1,36 Millionen Neuzulassungen. In Deutschland gingen die Zulassungen um 4,1 Prozent zurück, in Italien um 5,1 Prozent und in Frankreich um 5,6 Prozent.
Dieseltransporter blieben mit 1,06 Millionen Neuzulassungen die mit Abstand häufigste Antriebsart. Ihre Zulassungen sanken gegenüber dem Vorjahreszeitraum jedoch um 3,9 Prozent; der Marktanteil fiel auf rund 78 Prozent.
Deutlich stärker legten reine Elektro-Transporter zu: Ihre Neuzulassungen stiegen um 35,8 Prozent. Ihr Marktanteil erhöhte sich damit von gut zehn auf 14,9 Prozent. Der Zuwachs zeigt aus Sicht des Herstellerverbands Acea, dass sich elektrifizierte Transporter zunehmend etablieren.
Auch Hybridtransporter ohne externen Ladeanschluss entwickelten sich dynamisch. Ihre Neuzulassungen stiegen um 38,3 Prozent auf knapp 47.000 Einheiten. Ihr Marktanteil lag jedoch bei 3,4 Prozent. Benzintransporter verloren an Boden: Ihre Zulassungen gingen um 20,8 Prozent zurück, ihr Anteil sank von 4,6 auf 3,7 Prozent.
Lkw: Starkes Wachstum der elektrischen Modelle
Im Vorwärtsgang ist der Lkw-Markt mit 293.644 Neuzulassungen nach drei Quartalen. Das waren 8,2 Prozent mehr als in den ersten drei Quartalen 2025. Das Wachstum erfasste beide Gewichtsklassen: Die Zulassungen schwerer Lkw stiegen um 7,0 Prozent, die der mittelschweren Lkw sogar um 13,1 Prozent. Bei den großen Märkten legten Polen mit 20,5 Prozent und Spanien mit 13,2 Prozent besonders stark zu. Deutschland verzeichnete ein Plus von 2,5 Prozent; in Frankreich sanken die Zulassungen um 1,6 Prozent.
Der Diesel dominierte den Lkw-Markt weiterhin und stellte rund 85 Prozent der Neuzulassungen in den erfassten Märkten. Die Zahl der neu zugelassenen Diesel-Lkw stieg im Jahresvergleich um 7,0 Prozent. Die Verkaufszahlen der E-Lkw wuchsen allerdings wesentlich schneller: Ihre Zulassungen sprangen um 50,6 Prozent nach oben, was einen Marktanteil von 6,1 Prozent zur Folge hat.
Die Entwicklung fiel je nach Gewichtsklasse unterschiedlich aus. Bei mittelschweren Lkw bis 16 Tonnen verfügte laut den vorliegenden Zahlen inzwischen fast jedes fünfte neu zugelassene Fahrzeug über einen elektrischen Antrieb. Bei schweren Lkw ab 16 Tonnen lag der Anteil trotz eines Zulassungsplus von knapp 60 Prozent erst bei 2,5 Prozent.
Stand: 08.12.2025
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Deutschland ist ein wichtiger Markt für elektrische Lkw. Die Neuzulassungen stiegen dort um 77,2 Prozent auf rund 5.600 Fahrzeuge. Damit entfielen mehr als 40 Prozent der EU-Neuzulassungen elektrisch aufladbarer Lkw auf die Bundesrepublik. Auch Frankreich und die Niederlande trugen zum Wachstum bei: Dort legten die Zulassungen um 60,2 beziehungsweise 57,5 Prozent zu. Zusammen mit Deutschland entfielen auf diese drei Länder 74 Prozent aller elektrisch aufladbaren Lkw-Neuzulassungen in der EU.
Busse: Mehr als jeder vierte fährt elektrisch
Bei Bussen ist die Elektrifizierung im Vergleich zu Transportern und Lkw bereits weiter fortgeschritten. In den ersten drei Quartalen 2026 wurden 40.435 neue Busse zugelassen, 7,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zulassungen der E-Modelle stiegen jedoch um 23 Prozent auf 11.428 Einheiten – das ist ein Marktanteil von 28,0 Prozent. Der Diesel blieb mit einem Marktanteil von 59 Prozent dennoch die wichtigste Antriebsart.